Archiv für die Kategorie „Literatur“

Swedenborgs Werk über das Leib-Seele-Problem

Dienstag, 14. Juni 2011

Neuerscheinung im September 2011 im Swedenborg Verlag
Swedenborgs Spätwerk über das Leib-Seele-Problem in einer neuen Übersetzung von Thomas Noack

Sie halten eine neue Übersetzung – erstellt 2011 – von Swedenborgs Spätwerk über das Leib-Seele-Problem in den Händen. Angestrebt wurde eine philologische Übersetzung, das heißt eine, die die ausgangssprachlichen Strukturen so weit wie möglich beibehält, dabei aber nicht nur die Wörter und die Grammatik, sondern auch den Stil verdeutscht. Dieser Übersetzung ist außerdem der lateinische Grundtext beigegeben, so dass Sie – Grundkenntnisse der lateinischen Sprache vorausgesetzt – Einblicke in die originalen Formulierungen Swedenborgs vornehmen können. Und schließlich leuchten sachkundige Essays einige Kontexte aus, in denen Swedenborgs Werk aus dem Jahre 1769 aus heutiger Perspektive gesehen werden kann. So möchte Ihnen dieses Buch eine Annäherung an einen der größten Denker des 18. Jahrhunderts ermöglichen, dessen in der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Stockholm aufbewahrten Schriften seit 2005 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe gehören. – Zur Leseprobe SK2011

World Heritage and Arts Education

Dienstag, 31. Mai 2011

Beitrag über Swedenborg in WHAE 4
In der digitalen Zeitschrift »World Heritage and Arts Education« Ausgabe 4 (Mai 2011) ist ein Beitrag über »Das UNESCO-Programm ›Memory of the World‹: Die Schriften von Emanuel Swedenborg (1688-1772)« erschienen. Die Zeitschrift ist online verfügbar unter: http://groups.uni-paderborn.de/stroeter-bender/WHAE/index.html

Kurze Darstellung der Lehre der Neuen Kirche

Montag, 28. Februar 2011

Neuerscheinung im Swedenborg Verlag: Kurze Darstellung der Lehre der Neuen Kirche, Zürich 2011, mit einem ausführlichen Vorwort von Thomas Noack.

Die »Kurze Darstellung«, 1769 in Amsterdam erschienen, war der Vorläufer zur »Wahren Christlichen Religion«, dem theolo­gischen Hauptwerk Swedenborgs, das zwei Jahre später veröffentlicht wurde. In der »Kurzen Darstellung« entfaltet Sweden­borg Grundzüge seiner Theologie im kritischen Ge­spräch mit dem Katholizismus und dem Protestantismus.

Kurze Darstellung der Lehre der Neuen Kirche

Ab April 2011 im Swedenborg Verlag

Dienstag, 22. Februar 2011

Thomas Noack, Streiflichter: Exemplarische Einblicke in die Theologie Swedenborgs, Zürich: Swedenborg Verlag, 2011. 338 Seiten, ISBN 978-3-85927-400-6

Bestellung beim Swedenborg Verlag

Emanuel Swedenborg war eine der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten, – und ist dennoch den meisten Zeitgenossen unbekannt. Das vorliegende Buch bietet ihnen Einblicke in sein umfangreiches Werk.
Was dürfen sie hier erwarten? Um ein Bild zu gebrauchen: den Gang durch eine Ausstellung, der in etwa so abläuft: Ich führe sie in einem ersten Durchgang schnell durch die wichtigsten Räume und mache sie dabei mit Swedenborgs Leben und einigen seiner wesentlichsten Gedanken bekannt (1. Kapitel). Dabei erfahren sie unter anderem, dass der schwedische Bergrat und Naturphilosoph in seinem 57. Lebensjahr zum Propheten einer neuen Kirche und ihrer himmlischen Lehren berufen wurde. Deswegen gebe ich ihnen nach dem ersten Durchgang einen Überblick über das Wesen oder die Identität der neukirchlichen Theologie (2. Kapitel). Danach werden drei Ausstellungsräume und dort – um im Bilde zu bleiben – einige Vitrinen eingehender betrachtet. Der erste Raum thematisiert die Gotteslehre. Ich verweile dort mit ihnen beim christlichen Monotheismus (3. Kapitel) und der Kreuzestheologie (4. Kapitel). Diese Lehrgegenstände habe ich ausgewählt, weil dort eine Reformation oder Umbildung stattgefunden hat, die bis zu den Wurzeln der klassischen Dogmatik vorgestoßen ist. Danach gehen wir in einen anderen Raum, der sich der Auslegung der Bibel widmet, einem weiteren wichtigen Anliegen Swedenborgs. Ich gebe ihnen einen Überblick über die Methode der Exegese des geistigen Sinnes (5. Kapitel) und lege anschließend zwei Textzusammenhände der Genesis aus (6. und 7. Kapitel). Abschließend stelle ich mich einer Anfrage aus dem Blickwinkel der historischen Exegese (8. Kapitel), um dadurch anzudeuten, dass sich ein geistiges Erbe in der Auseinan-dersetzung mit gegenwärtigen Fragestellungen weiterentwickeln muss. Wir lassen dann viele Räume aus und werfen abschlie-ßend einen Blick in den ekklesiologisch-eschatologischen Raum, denn Swedenborg verstand sich als Prophet einer neuen Kirche. Ich stelle ihnen einen ekklesiologischen Entwurf in Geiste Swedenborgs vor (9. Kapitel) und schließe bei einer Vitrine, die sich der neuen bzw. kommenden Kirche widmet (10. Kapitel).
Sie müssen die Räume nicht in der angegebenen Reihenfolge besichtigen. Ich empfehle ihnen aber auf jedem Fall den Einstieg beim ersten Kapitel, nach Möglichkeit in Verbindung mit dem zweiten. Danach wählen sie die Reihefolge ihren Vorlieben entsprechend bitte selbst aus. So erhalten sie einerseits einen Überblick und werden andererseits an bestimmten Punkten etwas mehr in die Tiefe geführt.

Studie zum Johannesevangelium

Sonntag, 13. Februar 2011


Thomas Noack, Das Gesicht des Unsichtbaren: Zur Transparenz des Faktischen im Johannesevangelium, Zürich 2010.

Der Titel der Arbeit bringt die zentrale These zum Ausdruck. Das Johannesevangelium ist symbolisch zu lesen. Es bringt einerseits die authentischen Jesuserinnerungen des Lieblingsjüngers zum Ausdruck, der den historischen Jesus gekannt hat. Andererseits zeichnet sich dieser faktische Stoff durch Transparenz aus, das heißt im Sichtbaren gibt es das Unsichtbare zu entdecken, im Sohn den Vater. Mit dem anglikanischen Bischof John A. T. Robinson glaubt der Autor: Die johanneische Theologie führt uns nicht weiter von der Geschichte weg, sondern tiefer in sie hinein.

Swedenborg Jenseitsschau für esoterische Kreise

Donnerstag, 24. Juni 2010

Gertraud Radke, Das Leben nach dem Tod: Aus der Sicht Emanuel SwedenborgsMit einem oft zitierten Wort vom Alfons Rosenberg sehen wir in Emanuel Swedenborg »einen Fürsten unter den Jenseitskundigen«. Sein Werk »De Caelo et ejus Mirabilibus et de Inferno« (Vom Himmel und seinen Wundern und von die Hölle), ein Erfahrungs­bericht aus der anderen Welt »ex auditis et visis« (nach Gehörtem und Gesehenem), wurde in alle wichtigen und viele weitere Weltsprachen übersetzt. In neuerer Zeit hat der Religionswissenschaftler Bernhard Lang eindrücklich die historische Bedeutung der empirisch begründeten Jenseitskonzeption Swedenborgs dargestellt. Mit ihm vollziehe sich der Übergang vom theozentrischen zum menschlichen Himmel. Diese Sicht »gewinnt im ausgehenden 18. und im 19. Jahrhundert – zumeist im Zeichen der Roman­tik – einen weltweiten Einfluß.«[1]

Neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Stellung Swedenborgs in der Geistes­geschichte schreitet aber auch seine Rezeption in spirituell interessierten oder esoterischen Kreisen voran. Vor einiger Zeit konnten wir bereits darauf hinweisen, dass sein Werk über den Himmel und die Hölle erstmals seit langer Zeit auch wieder außerhalb des Swedenborg Verlags erschienen ist. Der Marix Verlag in Wiesbaden bietet seit 2005 »Himmel und Hölle« mit einem Kommentar des Skandinavisten Hans-Jürgen Hube (geb. 1933) an.[2]

Seit kurzem ist der Altmeister der Jenseitskunde nun auch im Aquamarin Verlag angekommen, der seit 1981 Literatur aus den spirituellen Traditionen von Ost und West veröffentlicht. Die Ernährungsberaterin und Heilpraktikertin Gertraud Radke stieß nach dem Tod ihres Ehemannes Baron Eberhard von Gemmingen (gest. am 7. März 2006) auf Swedenborg. Sie schreibt: »Der Verlust meines Seelenfreundes durchschnitt mein Innerstes. Ich war gefangen in meiner Traurigkeit, die Außenwelt war allenfalls auf einsamen Spaziergängen erträglich. In dieser Verzweiflung erreichte mich der Rat einer spirituellen Freundin, Emanuel Swedenborgs Bücher zu lesen. Und ich las. Nacht für Nacht. War berührt, war begeistert. Vergaß für Stunden den Schmerz. Am Tag erwachte aus diesen inspirierten ›Nächten mit Swedenborg‹ mein Verantwortungs­gefühl: Ich wollte, musste mein Erleben weitergeben.«[3] Aus dieser persönlichen Betroffen­­heit entstand ein Buch, das Swedenborgs Jenseitsschau in esoterischen Kreisen bekannter machen kann. Sein Titel lautet: »Das Leben nach dem Tod aus der Sicht Emanuel Swedenborgs«. Es bietet nach einer kurzen Lebensbeschreibung Swedenborgs eine auf das Wesentliche reduzierte Zusammenfassung seiner Jenseits­lehre anhand von Auszügen aus »Himmel und Hölle«. Der Klappentext rühmt den einst als Geisterseher verschrieenen Schweden als einen »der größten Mystiker der abendländischen Geistesgeschichte« und sein Werk über das Jenseits als »ein Juwel der spirituellen Literatur«. Möge daher Gertraud Radkes Buch den Weg zu vielen suchenden und aufgeschlossenen Herzen finden.


[1] Bernhard Lang, Himmel und Hölle: Jenseitsglaube von der Antike bis heute, 2003, Seite 80. Ausführlicher dargestellt in: Bernhard Lang und Colleen McDannell, Der Himmel: Eine Kulturgeschichte des ewigen Lebens, 1990. Darin wird Swedenborgs Anteil an der »Geburt des modernen Himmels« eingehend beschrieben.
[2] Siehe OT 1 (2006) 42-44 und OT 1 (2007) 7-33.
[3] Gertraud Radke, Das Leben nach dem Tod aus der Sicht Emanuel Swedenborgs, 2007, Seite 11.

Die Tücken des Sichtbaren

Dienstag, 25. Mai 2010

»Geistersehen« – Neue Gedichte von Marion Poschmann
Eine Buchrezension von Michael Braun in der Neuen Zürcher Zeitung vom 25. Mai 2010.

Swedenborgs Bildungsreise

Donnerstag, 13. Mai 2010

Titelseite: Swedenborgs Bildungsreise

Emanuel Swedenborg – damals hieß er noch Swedberg – war von 1710 bis 1715 erstmals auf Reisen. Es war nach dem Abschluss seiner akademischen Studien die Bildungsreise. Von ihr haben sich acht Briefe und eine kurze Beschreibung aus dem Jahr 1739 erhalten. Diese Quellen werden hier in einer deutschen Übersetzung veröffentlicht. Ihnen ist eine Einführung von Thomas Noack vorangestellt, die das Ganze der Bildungsreise unter sachlichen Gesichtspunkten zusammenfasst und ergänzende Informationen gibt.

Große Köpfe einmal anders

Freitag, 21. November 2008
Schädel-SchicksaleHerbert Ullrich, Schädel-Schicksale historischer Persönlichkeiten, München: Verlag Dr. Friedrich Pfeil, 2004, 336 Seiten, 266 Abbildungen, gebunden, EUR 38,-

Als Swedenborgianer glauben wir ja immer, Swedenborg werde nicht genügend beachtet. Da mag es Balsam für unsere Seelen sein, daß dieser größte Kopf des 18. Jahrhunderts, dem die Stanford University den unglaublichen Intelligenzquotienten von »über 200« zuschrieb, endlich einmal in einer Reihe mit René Descartes, Gottfried Wilhelm Leibniz und Immanuel Kant genannt wird.

Allerdings gilt die Beachtung genau genommen nicht dem Kopf, sondern nur dem Schädel, – post mortem. Und derjenige, der Swedenborg solche Beachtung schenkt, heißt Herbert Ullrich und ist weder Theologe noch Philosoph, wohl aber ein international bekannter Anthropologe an der Berliner Humboldt-Universität. In seinem Sachbuch beschreibt er in 66 ausgewählten Kapiteln besonders interessante und überaus wechselvolle »Schädel-Schicksale« von Komponisten und Malern, Dichtern und Denkern, Philosophen und Gelehrten, Heiligen und Geistlichen, Rittern und Hoffräuleins, Feldherren und Admiralen, Adeligen und Bürgern, Fürsten und Grafen, Kaisern und Königen sowie von Großfürsten und Zaren.

Der Geisterseher, der schon zu seinen Lebzeiten auf Erden viel unterwegs war, ging auch post mortem noch einmal auf Reisen. 1908 wurden seine Gebeine ehrenvoll auf der schwedischen Fregatte Fulgia von England nach Schweden überführt. Die Feierlichkeit hatte allerdings einen Haken, denn der Schädel des berühmten Mannes blieb in London zurück, – in einem Regal. Nachdem nämlich der aus Schwaben stammende Mediziner Franz Joseph Gall (1758 – 1828) die Phrenologie (Schädellehre) begründet und bekannt gemacht hatte, setzte Anfang des 19. Jahrhunderts eine regelrechte Jagd auf Menschenschädel ein, die auch vor Leichenschändung nicht zurückschreckte. Der Schädel des Dichters William Schakespeare wurde 1794 aus der Gruft auf dem St. Trinitatis-Friedhof in London gestohlen. Den Schädel von Wolfgang Amadeus Mozart hat wahrscheinlich der Totengräber 1801 bei der Umräumung des mehretagigen Schachtgrabes an sich genommen. Joseph Haydns Leichnam ist 1809 nur wenige Tage nach der Bestattung von einem Gall-Adepten der Kopf im Grabe abgetrennt worden. Als 1818/19 der Sarkophag von René Descartes in das Panthéon in Paris überführt wurde, fehlte der Schädel. Dieses Geschick ereilte auch Swedenborgs Schädel. 1816 wurde er von dem Phrenologen John Didrik Holm, einem in London lebenden, wohlhabenden schwedischen Seekapitän, aus dem Sarg entwendet und gegen einen anderen ausgetauscht. Seitdem existierten zwei Swedenborg-Schädel; der falsche reiste nach Schweden und der echte blieb in England. Erst am 3. Mai 1978 konnte in der Kathedrale von Uppsala Swedenborgs echter Schädel im Beisein von Vertretern der Swedenborg-Familie, des Ministeriums für Erziehung und Kultur sowie der Königlichen Akademie der Wissenschaften nach mehr als 160 Jahren wieder in das Grab gelegt und mit dem Körperskelett Swedenborgs vereint werden.

Herbert Ullrich erzählt diese und andere Geschichten sehr ausführlich. So ist ein spannend geschriebenes und wissenschaftlich fundiertes Buch entstanden, das auf seine Weise beleuchtet, was einem post mortem alles passieren kann.

Gespräche mit berühmten Komponisten

Dienstag, 21. Oktober 2008
Arthur M. Abell: Gespräche mit berühmten Komponisten über die Entstehung ihrer Meisterwerke

Dies ist eines der interessantesten und ergiebigsten Bücher, die wir in der letzten Zeit gelesen haben! Der Autor, ein angesehener US-amerikanischer Musikkritiker, dessen Arbeiten in zahllosen amerikanischen und englischen Zeitungen und Zeitschriften erschienen sind, hat sich als junger Mann lange Zeit in Europa, vorzugsweise in Deutschland, aufgehalten. Als Kritiker hatte er schon früh die Idee, alle über den Durchschnitt hervorragenden Komponisten seiner Zeit – Richard Strauss, Johannes Brahms, Puccini, Humperdink, Max Bruch und Edvard Grieg – über die Entstehung ihrer Meisterwerke zu befragen. Das Ergebnis, das er uns in seinem Buch vorlegt, wäre schon viel früher bekanntgeworden, wenn nicht Brahms mit seinen Enthüllungen die strikte Bedingung verknüpft hätte, sie nicht vor Ablauf eines halben Jahrhunderts zu veröffentlichen. Da aber diese Enthüllungen das bei weitem Interessanteste des ganzen Buches darstellen, versteht man, daß Abell darauf bei der Publikation nicht verzichten zu können glaubte, mit anderen Worten: daß er das Buch erst nach Ablauf dieser Frist herausgab. Bis es aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt wurde, vergingen natürlich nochmals mehrere Jahre, kurz, seit Abells Unterredungen sind inzwischen 60 bis 70 Jahre verstrichen. Das hat ihnen aber nichts von ihrer Aktualität genommen, denn durch ihre unsterbliche Musik sind die betreffenden Meister – die einen mehr, die anderen weniger – sozusagen mitten unter uns.

Was ist nun das Wesentliche dieser Enthüllungen? Es läßt sich in einem Satz zusammenfassen: alle großen Musiker fühlten sich bei der Arbeit an ihren großen Werken inspiriert. Das ist ganz wörtlich zu nehmen: sie empfanden, daß ihnen die großen Ideen eingehaucht oder eingegeben wurden, daß sie jedenfalls nicht aus ihnen selbst stammten, Brahms etwa macht einen Unterschied zwischen den 95 Prozent der unbedeutenden Komponisten, die nur aus dem Eigenen schöpften, und den anderen – wozu er selbst gehört –‚ die aus dem Göttlichen, aus der schöpferischen Energie des Kosmos schöpfen. Ganz ähnliche Auffassungen begegnen uns auch in den Gesprächen mit den übrigen Gesprächspartnern Abells. Köstlich sind einige von Brahms und anderen mitgeteilte Anekdoten über Beethoven, Mozart und Wagner. Beethoven, der das große Vorbild für Brahms war, herrschte einmal einen Konzertmeister an, der sich darüber beschwerte, daß eine gewisse Stelle kaum spielbar sei: »Als ich diese Stelle schrieb, war ich mir bewußt, von Gott dem Allmächtigen inspiriert worden zu sein. Glauben Sie, ich kann Ihre winzige Fiedel berücksichtigen, wenn Er mit mir spricht?«

Vor allem Brahms und Strauss wendeten eine ganz bestimmte Meditationstechnik an, um sich mit dem Göttlichen in Verbindung zu setzen, eine Technik, die die Mitte zwischen Gebet und Versenkung einnimmt. Beide, aber namentlich Strauss, waren große Bewunderer Swedenborgs, der mehrfach ausführlich besprochen wird, vor allem im Zusammenhang mit dem Fortleben nach dem Tode, das offensichtlich im Bewußtsein des schöpferischen Menschen eine wichtige Rolle spielt. Wir werden gelegentlich Ausschnitte aus dem Buch zum Abdruck bringen.

Quelle: OT 1967 Seite 31f. Verfasser: Friedemann Horn