Archiv für die Kategorie „Sonstiges“

Swedenborg Song

Montag, 12. November 2012

Hören Sie hier den Swedenborg-Song von The Howling Sea:

http://songsfromthehowlingsea.bandcamp.com/track/mr-swedenborg

Der englische Songtext lautet:

Mr Swedenborg sing with heaven’s tongues of the secrets of those sacred sights.
Of heavens glories, of the shadow of the lost, of the darkness of eternal night.

Mr Swedenborg speak in angels songs of the vista of my future’s path.
Will I know riches in the glory of the Lord or damnation like the deepening dusk?

Don’t lend an ear to what you’re called,
Don’t bruise your heart when they decry your name,
Because you’ll never win that war Mr Swedenborg.

Mr Swedenborg touched by vanished hand, set apart by heaven’s holy kiss,
Tell me of wonders, of the Lord Almighty’s plans, of pearls fallen from immortal lips.

Don’t lend an ear to what you’re called,
Don’t bruise your heart when they decry your name,
Because you’ll never win that war Mr Swedenborg.

Als deutsche Übersetzung biete ich an:

Mr. Swedenborg singe mit Himmelszungen von den Geheimnissen jener heiligen Visionen, von den Herrlichkeiten der Himmel, von den Schatten der Verlorenen, von der Dunkelheit der ewigen Nacht.

Mr. Swedenborg spreche im Engelsliedern von der Aussicht auf meinen zukünftigen Weg. Werde ich den Reichtum in der Herrlichkeit des Herrn erkennen oder Verdammnis wie die sich schwärzende Abenddämmerung?

Leihe Dein Ohr nicht den Gerüchten über Dich!
Quäle Dein Herz nicht, wenn sie Deinen Namen beschmutzen!
Denn Du wirst diesen Krieg nie gewinnen, Mr. Swedenborg.

Mr. Swedenborg, berührt von einer unsichtbaren Hand, entrückt vom heiligen Kuss des Himmels, erzähle mir von den Wunder, von den Plänen des allmächtigen Herrn, von den Perlen, die von unsterblichen Lippen herabfallen.

Leihe Dein Ohr nicht den Gerüchten über Dich!
Quäle Dein Herz nicht, wenn sie Deinen Namen beschmutzen!
Denn Du wirst diesen Krieg nie gewinnen, Mr. Swedenborg.

De Cerebro im Fachverlag für Osteopathie

Montag, 14. März 2011

Swedenborgs vortheologisches Werk über das Gehirn (= De Cerebro) ist bei Jolandos, dem Fachverlag für Osteopathie erschienen.

De CerebroDieses Meisterwerk des Universalgenies Emanuel Swedenborg (1688-1772) wird von Insidern der Anatomie als Urknall der modernen beschreibenden Neuroanatomie bewertet. Aber, was noch viel wichtiger ist: Niemand, der Kraniosakrale Osteopathie wirklich vertieft kennenlernen und vermitteln will, kommt an diesem Buch vorbei, denn es war für Sutherland nachweislich eines der bedeutendsten Inspirationen bei der Entwicklung seiner Kraniosakralen Osteopathie – insbesondere in bezug auf Rythmen und spirituelle Aspekte. Ein absoluter Schatz!

Hemligheter: Oper über Swedenborg

Sonntag, 13. Februar 2011

hemligheter

Die Oper »Hemligheter« von Jonas Forssell basierend auf dem Libretto von Magnus Florin hatte am 12. Februar 2011 Premiere im Opernhaus Malmö. Sie steht dort noch bis zum 25. März 2011 auf dem Spielplan. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Opernhauses und bei Radio Schweden.

Das Libretto in Schwedisch und in Englisch

Immer noch Glaubenskriege?

Freitag, 4. Februar 2011

Eine echte (oder: richtig verstandene) Oekumene kann der Politik von Nutzen sein.

Es gibt bekanntlich immer wieder neue Krisenherde auf unserem Planeten, gewissermaßen lokale Infektionen, die irgendwann mit mehr oder weniger Hilfe ausheilen. Es gibt aber gegenwärtig eine sehr beunruhigende Strömung, die von den Regierungen vorwiegend mit Worten, teils auch mit Waffen bekämpft, aber nie an ihrer Quelle betrachtet wird: die Spannung zwischen Islamisten einerseits, Christen und Juden anderseits. Ausmaß und Stärke der Gewalt nehmen ständig zu, es ist nicht abzusehen, wohin das Ganze treibt.

Einen Hintergrund für diese Entwicklung bildet die gespannte Atmosphäre in den christlichen Ländern, die durch starke islamistische Einwanderung gekennzeichnet sind. Es ist leicht einzusehen, dass zwischen den Völkern keine Ruhe einkehren kann, so lange sie sich kulturell und vor allem religiös nicht näher kommen, was aber in keiner Weise durch behördliche Eingriffe oder Gesetze gefördert werden kann.

Wir sehen eine Möglichkeit der Einigung in der grundlegenden Neuorientierung auf religiöser Basis, vor allem einer veränderten Betrachtung der Person von Jesus Christus. Er gilt bisher bei Juden, Christen und Moslems als falscher Messias, als vor irgendwoher stammender Sohn Gottes oder als bloßer Prophet. Die Folge dieser Differenz – und der daran geknüpften Theorien – ist die gegenseitige Missachtung der Angehörigen der drei Religionen, als wären sie nicht alle Produkte des einen und einzigen Schöpfers. Es gibt nur einen Weg dieses Problem restlos auszuräumen, nämlich die Anerkennung von Jesus Christus als diesen Schöpfer selbst, der durch die Annahme einer menschlichen Erscheinung sich seinen Geschöpfen auf ganz neue Art präsentieren konnte. Gleichzeitig müssten alle dogmatischen Zutaten, die sich im Lauf der Jahrhunderte angesammelt haben, beiseite geschoben werden. Die heiligen Bücher, nämlich die beiden Testamente und der Koran, genügen vollauf, den Menschen die wesentlichste Aussage der Religionen klar zu machen: wie sie ein persönliches Verhältnis zu ihrem Schöpfer finden und entwickeln können.

Menschen mit solchem Hintergrund würden sich gegenseitig achten und als Schwestern und Brüder akzeptieren, egal welcher Geschichte und Kultur sie und ihre Vorfahren verpflichtet sind. Es gäbe keine Heiden oder Ungläubige, ein Dschihad verlöre seinen Sinn, die Terroristen fänden keinen Nachwuchs mehr, denn auch die Vorstellung einer Weltreligion entpuppte sich als unrealistisch und unnötig. So würde erst einmal der Weltfriede gestützt und es könnten wichtige Energien für die Lösung der immer noch recht zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Aufgaben frei gemacht werden.

Wer diese Gedanken lediglich als Utopie im Sinn des Kommunismus abstempeln möchte, ist mit Fug und Recht als zukünftiges Opfer einer unheilvollen Entwicklung zu betrachten.

Skelett des mytischen »Swedenborg-Wals« entdeckt?

Donnerstag, 24. Juni 2010

Prähistorischer Walfund in Schweden sorgt für Aufsehen

Ein zehntausend Jahre altes Walskelett sorgt in Schweden für Aufsehen. Denn die im Rahmen eines Autobahnausbaus entdeckten Knochen könnten zum legendären »Swedenborg Wal« gehören, einer in ihrer Existenz umstrittenen ausgestorbenen Walart. DNA-Analysen sollen nun Aufschluss bringen.
Die Walknochen wurden Mitte April in der Region Strömstad in Schweden entdeckt, als Bauarbeiter das neue Bett für den Ausbau der Europastraße E6 aushoben. Zwischen 15 und 20 Metern lang und fast vollständig erhalten, war das fossile Skelett in einem schützenden Bett aus feinem sauerstofffreien Ton eingebettet. Der Fundort liegt heute 75 Meter über dem Meeresspiegel, war aber zur Lebenszeit des Wals ein vom Meer überfluteter Küstenbereich.
Forscher der Universität Göteborg datierten die Relikte auf ein Alter von rund zehntausend Jahren. Der längste Knochen misst 2,50 Meter und ist Teil des Kieferknochens, auch Wirbel wurden gefunden. Der Zoologe Thomas Dahlgren bestätigte inzwischen, dass es sich in jedem Falle um einen Wal handelt – um welchen allerdings, ist noch unklar. Denn in Größe und Form könnten die Knochen möglicherweise statt zu den vier bekannten Walarten zu einer bisher nur theoretisch postulierten fünften Walart gehören: dem mythischen »Swedenborg-Wal«.

Mythischer Eiszeit-Wal oder nicht?
Der im 18. Jahrhundert vom Wissenschaftler Emmanuel Swedenborg beschriebene Wal soll vom Ende der Eiszeit bis vor rund 8.000 Jahren in der Nordsee existiert haben und anschließend ausgestorben sein. Bisher sind zehn Knochenfunde in Schweden als möglicherweise von einem solchen Wal stammend deklariert worden, allerdings unter Vorbehalt.
Denn es gibt unter Wissenschaftlern auch die Ansicht, dass dieser Swedenborg-Wal niemals existiert hat und die Knochen in Wirklichkeit einer der vier bekannten Arten zuzuordnen sind. Das Problem bei dieser Zuordnung: »Die Artbestimmung bei fossilen Knochen aus dem Untergrund ist kompliziert und fehleranfällig und es gibt keine definitiven Belege dafür, dass dieser Wal tatsächlich existierte«, so Dahlgren. »Genauso könnte es sich hier um einen Mythos handeln.«

DNA-Tests sollen Identität aufklären
Um die Artzugehörigkeit festzustellen, hat Dahlgren DNA-Proben entnommen, die nun analysiert und in Zusammenarbeit mit dem Natural History Museum in London mit anderen Proben verglichen werden sollen. Immerhin weisen die Relikte einige vielversprechende Eigenschaften auf: Zum einen waren sie im Ton gut konserviert, zum anderen wurden in den Ablagerungen weitere Relikte mariner Arten entdeckt, die heute extrem selten sind, damals aber offenbar deutlich häufiger vorkamen.
Noch ist die Identität des Fossils nicht aufgeklärt. Trotzdem wird bereits diskutiert, ob sich das Skelett soweit vervollständigen und rekonstruieren lässt, dass es öffentlich ausgestellt werden kann.

University of Gothenburg, 09.06.2009 – NPO

DFG-Forschergruppe

Dienstag, 21. Oktober 2008

Emanuel Swedenborgs Stellung innerhalb der aufklärerischen und esoterischen Diskurse des 18. Jahrhunderts

Unterstützt mit Geldern der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) untersucht eine Forschergruppe am Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA) »die Aufklärung im Bezugsfeld neuzeitlicher Esoterik«. Zu diesem Forschungsvorhaben gehören fünf Projekte. Das Teilprojekt 3 untersucht »Emanuel Swedenborgs Stellung innerhalb der aufklärerischen und esoterischen Diskurse des 18. Jahrhunderts«. Es wird von Friedemann Stengel und Michael Bergunder geleitet.

In der Projektbeschreibung heißt es:

»Emanuel Swedenborg (1688-1772) war einer der führenden Naturforscher des 18. Jahrhunderts, dessen wissenschaftliche Publikationen unter anderem mathematisch-physikalischer, mineralogischer und philosophischer Natur in der zeitgenössischen aufklärerischen Gelehrtenwelt europaweit Beachtung fanden. Mit 56 Jahren hatte Swedenborg zwei Christusvisionen, in deren Folge er seine bisherigen Forschungen abbrach und sich nun fast ausschließlich nur noch mit theologischen Fragestellungen befaßte, verbunden mit der Vision eines intensiven Kontakts mit der Geisterwelt.

Das gewaltige Schrifttum, das hieraus entstand, wurde schon im 18. Jahrhundert stark rezipiert, etwa von Friedrich Christoph Oetinger, Johann Caspar Lavater und Johann Wolfgang von Goethe, wenngleich das Verdikt Immanuel Kants über Swedenborg eine ebenso nachhaltige Wirkung nach sich zog. Für die esoterische Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts besaß Swedenborg eine geradezu fundamentale Bedeutung. Bei der Entstehung des neuzeitlichen Okkultismus wird ihm die Rolle eines Geburtshelfers zugesprochen. Swedenborg markiert offenbar nicht nur einen Paradigmenwechsel innerhalb der Geschichte der Esoterik. Möglicherweise zeigt sich bei ihm erstmals der spezifisch ›esoterische‹ Versuch, das sich zuspitzende Verhältnis zwischen Theologie und Naturwissenschaft, zwischen Glaube und Vernunft, durch okkulte Jenseitsschau neu zu bestimmen.

Trotz einer umfangreichen Beschäftigung von Wissenschaftlern und Anhängern mit seinem Werk steht die angemessene Einordnung Swedenborgs in die Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts noch aus. So hat die Swedenborg-Forschung bisher nur ansatzweise geklärt, welche Rolle Swedenborg im zeitgenössischen esoterischen Diskurs spielte und aus welchen esoterischen Traditonen er schöpfte. Dies betrifft auch sein Verhältnis zur Aufklärung und deren Vertretern, mit denen er wenigstens in seiner vorvisionären Phase in Kontakt stand. Aber auch der aufklärerische Diskurs über Swedenborg als Geisterseher wird betrachtet. Hat die auf Kant zurückgehende Ablehnung speziell ihm und seiner visionären Weltsicht gegenüber nicht nur zur Trennung der Aufklärung von der Esoterik, sondern umgekehrt auch zur Entwicklung des aufklärerischen Rationalitätsbegriffs selbst geführt oder wenigstens dazu beigetragen? Dementsprechend wird auch zu fragen sein, wie sich Swedenborgs eigene Denkstrukturen in seinem naturwissenschaftlichen und theologisch-visionären Werk zueinander verhalten und ob hier tatsächlich der bisher vermutete scharfe Bruch vorhanden ist. Kann man im Falle Swedenborgs von ›aufgeklärter Esoterik‹ sprechen? Schließlich wird Swedenborg in die Theologie- und Kirchengeschichte des 18. Jahrhunderts einzuordnen sein. Nicht nur sein Werk wurde in pietistischen Kreisen positiv rezipiert, er selbst hat in den theologischen Auseinandersetzungen seiner Zeit markante Positionen bezogen und ist trotz mancher Konflikte immer Glied der schwedischen lutherischen Staatskirche geblieben.

Diese verschiedenen Perspektiven müssen zusammengeführt werden, um Swedenborg diskursiv in seiner Zeit zu verorten und zudem der Frage nachzugehen, ob sich in seiner Person und in der Reaktion seiner Zeitgenossen auf ihn ein Beleg für die These findet, daß die neuzeitliche Esoterik ein (Neben-) Produkt der Aufklärung selbst ist.«

Quelle: IZEA Uni-Halle

Papst Benedikt XVI. zur Taufe der Neuen Kirche

Dienstag, 21. Oktober 2008

Ratzinger erklärt die neukirchliche Taufe für ungültig

Kürzlich stieß ich auf eine »Bekanntmachung der Kongregation für die Glaubenslehre vom 20. November 1992 über die Gültigkeit der in der ›New Church‹ des Emmanuel Swedenborg gespendeten Taufe«. Sie erschien 1993 in den Acta Apostolicae Sedis (AAS 85 (1993) 179), dem Amtsblatt des Apostolischen Stuhls. Ich entnahm den lateinischen Text dem »Archiv für katholisches Kirchenrecht« 162 (1993) Seite 238. Er lautet: »Notificatio de validitate baptismatis. Quaesitum est ab hac Congregatione pro Doctrina Fidei, utrum baptismus collatus apud communitatem vulgo dictam ›The New Church‹ domini Emmanueli Swedenborg validus sit an non. Haec Congregatio, diligenti examine expleto, respondendum decrevit: Negative. Romae, die 20 Novembris 1992. Iosephus card. Ratzinger, Prafectus«. Die deutsche Übersetzung stammt vor mir und lautet: »Bekanntmachung über die Gültigkeit der Taufe. Von der Kongregation für die Glaubenslehre ist untersucht worden, ob die Taufe, die bei der gewöhnlich ›The New Church‹ genannten Gemeinschaft des Herrn Emmanuel Swedenborg gespendet wird, gültig ist oder nicht. Die Kongregation hat nach Durchführung einer sorgfältigen Untersuchung als Antwort beschlossen: Nein. Rom, 20. November 1992. Joseph Kardinal Ratzinger, Präfekt«. Der englische Name »The New Church« gibt einen Hinweis auf den Zweig der neuen Kirche, der die Untersuchung notwendig gemacht hat, denn so nennt sich die »General Church of the New Jerusalem«. Die Begründung für das negative Urteil liegt mir nicht vor. Zu vermuten ist aber, dass die einpersönliche Trinitätslehre der neuen Kirche ausschlaggebend war.

UNESCO

Dienstag, 21. Oktober 2008
Die UNESCO anerkennt die Bedeutung Swedenborgs

Dokumentarisches Erbe spiegelt die Vielfalt von Sprachen, Menschen und Kulturen wider. Es ist der Spiegel der Welt und ihres Gedächtnisses. Aber dieses Gedächtnis ist verletzlich. Täglich verschwinden Teile davon unwiederbringlich.

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) hat 1992 ein Programm zum Erhalt des dokumentarischen Erbes der Menschheit ins Leben gerufen: »Memory of the World« (das Gedächtnis der Menschheit). Mit dem Programm beabsichtigt die UNESCO, dokumentarische Zeugnisse, die in Archiven, Bibliotheken, Dokumentationsstellen, Museen, Gedenkstätten und anderen kulturellen Institutionen überliefert sind, zu sichern und auf neuen informations-technischen Wegen weltweit zugänglich zu machen. Entstehen soll ein »Weltregister des Memory of the World« in Gestalt eines universellen digitalen Netzwerkes mit ausgewählten herausragenden Dokumenten: wertvolle Buchbestände, Handschriften, Partituren, Unikate, Bild-, Ton- und Filmdokumente.

»Memory of the World« verfolgt zwei Ziele: Zum einen geht es um den weltweiten Zugang (»access«) zu kulturell bedeutsamen und historisch wichtigen Dokumenten. Zum anderen geht es um die Sicherung (»preservation«) des dokumentarischen Erbes vor Gedächtnisverlust und Zerstörung. Bei dem Programm handelt es sich nicht um ein finanzielles Förderprogramm zum Zweck der Restaurierung des Dokumentenerbes. Vielmehr soll der Eintrag in das UNESCO-Weltregister als internationale Auszeichnung gelten. Die Herkunftsländer verpflichten sich, für die Erhaltung und Verfügbarkeit des jeweiligen dokumentarischen Erbes zu sorgen.

Im Jahr 2005 nahm die UNESCO eine Sammlung von Manuskripten Swedenborgs, die in der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Stockholm aufbewahrt wird, in ihre Liste des Welterbes von für die gesamte Menschheit bedeutungsvollen Archiven und Dokumenten auf.

Diese Manuskripte, rund 20000 Seiten, wurden nach Swedenborgs Tod 1772 von seinen Erben der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Stockholm geschenkt, deren Mitglied Swedenborg war. Es ist eine der größten existierenden Sammlungen von Manuskripten aus dem 18. Jahrhundert und außerdem eine der wenigen in der modernen Zeit, die als Grundlage für eine neue christliche Kirche diente. Swedenborgs Botschaft fand überall in der Welt zahlreiche Anhänger und einige unter ihnen betrachten seine Manuskripte sogar als Reliquien. Die Sammlung umfasst sowohl Swedenborgs Jahre als Wissenschaftler und Techniker als auch sein Leben nach seiner religiösen Krise in den vierziger Jahren des 18. Jahrhunderts. Die Sammlung wird noch immer in der Königlichen Akademie aufbewahrt.

Deutschland ist übrigens mit acht Einträgen im Memory of the World Register der UNESCO vertreten. Aufgenommen wurden u. a. das Göttinger Exemplar der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel, Goethes literarischer Nachlass und das Autograph der 9. Sinfonie Beet-hovens.

Oper über Swedenborg

Montag, 20. Oktober 2008

Swedenborg taucht in gegenwärtige niederländische Musikszene ein

Martijn Padding (geb. 1956), ein niederländischer Komponist,
schreibt eine Oper über Swedenborg

»Kann ich eines Tages vielleicht eine Oper schreiben?« ist die Frage, die jedem Komponisten im Kopf herumgeht, der auch nur einen leichten Hang zum Theater hat. Oftmals verwirft er die Idee überhaupt oder er malt sich aus, dass er schon die gesamte Produktion in Händen hält.

Wir wissen ja, man kann mächtig alt werden und auf einen Opernauftrag warten. Man stelle sich Martijn Paddings Überraschung vor, als vor ein paar Monaten das Telefon klingelte. »Es war Tadeusz Wielecki vom Warschauer Herbst Festival,« erinnert sich Padding, »und fragte, ob ich gerne eine Oper schreiben würde.« Wenn rosarote Zuckerwatte aus seinem Telefonhörer herausgedrungen wäre, er hätte nicht mehr überrascht sein können. Grund für den Auftrag war Paddings Musik selbst. Ein Mitglied des künstlerischen Festival-Ausschusses hatte das Schönberg-Ensemble mit der Aufführung von Paddings »Ein Haus mit einem Dach« gehört und war von dem Stück so hingerissen, dass er alles unternahm, den Komponisten ausfindig zu machen.

Eben zu jener Zeit kursierten in Warschau Pläne für eine Trilogie, die auf Aufsätzen über Swedenborg, Blake und Oscar Milosz basierten, entnommen einer Sammlung des polnischen Nobelpreisträgers Czeslaw Milosz. Drei Komponisten wurden für das Projekt ausgewählt. Padding und sein Librettist Friso Haverkamp sprachen sich für Swedenborg (1688-1772) und für William Blake (1757-1827) als ihr Opernsujet aus.

»Das Festival lud uns übers Wochenende nach Polen ein. Es war ein seltsames Erlebnis. Wir wurden im Opernhaus von Lodsz herumgeführt. An einer bestimmten Stelle ließen sie mich alleine herumtappen, und als ich einfach eine Tür öffnete, betrat ich einen Probensaal mit 150 Ballerinas, die gerade übten. Da überkamen mich glückliche Erinnerungen, dass ich einmal Ballett-Pianist (Korrepetitor) gewesen war. Deshalb fragte ich, ob ich Tänzerinnen in der Oper verwenden dürfe. ›Sicher, kein Problem,‹ war die Antwort. Gerade recht! Voller Euphorie kehrten wir in die Niederlande zurück.«

Friso Haverkamp hat sich seither gründlich in die Werke Swedenborgs und Blakes eingelesen. »Swedenborg war ein Philosoph und Bergbauingenieur in Diensten des schwedischen Königs,« erklärt Haverkamp. »Er stand im Zentrum des gesamten Spektrums der Naturwissenschaften seiner Zeit. Ungefähr mit 56 Jahren befand sich Swedenborg in einer persönlichen Krise. Er beschreibt seine Visionen aus diesem Lebensabschnitt in demselben makellosen Latein, das er früher zur Erläuterung seiner naturwissenschaftlichen Themen benutzt hatte. Swedenborg entwirft ein verwirrendes Bild des Himmels, inklusive einer detaillierten Klassifikation der Engel. Dieses Werk, beträufelt mit christlicher Inspiration, ist voller überschwenglicher Frömmigkeit. Blake übernahm viele der Gedanken Swedenborgs, aber im Gegensatz zu Blake ist Swedenborgs Beschreibung der Engel staubtrocken. Sein altväterliches Bild von Tugend verbleicht in eine freudlos korrekte, buchalterische Auflistung neben der selbstsicheren Imagination des jungen Blake. In der Tat, unverdauliches Gefasel sind Swedenborgs Texte.« Aber diese Tatsache wird Haverkamp nicht davon abhalten, sie zu meistern. Falls er seinen Weg gefunden hat, wird ein Seiltänzer für drei Viertelstunden über dem Publikum schweben.

Die Swedenborg-Oper mit dem Titel »Tattooed Tongues« (Tätowierte Zungen), Schnipsel aus dem Jenseits, ist versuchsweise für Oktober 2001 geplant. Das Werk erfordert zwei Vokalsolisten, einen elektronischen Chor und 33 Ballerinas. Auf ein gut Teil unter der Zahl der Schwäne (der 150 Tänzerinnen) hatten Padding und Haverkamp gehofft, aber das ist besser als nichts. Die Choreographie stammt von Amir Hosseinpour, der auch bei der Oper »Hiero« von Guus Janssen [Komponist 1951- ] und Friso Haverkamp beteiligt war.

Quelle: Donemus trackings. Vol.2, nr.1. – May 2000