Archiv für die Kategorie „Wirkungsgeschichte“

Die Neue Kirche und Jakob Lorber

Samstag, 26. Januar 2013

Sammlung von Dokumenten zur Geschichte der Auseinandersetzung der Neuen Kirche mit Jakob Lorber in 3 Bänden

Im Mittelpunkt eines jeden Bandes steht jeweils ein Geistlicher der Neuen Kirche der deutschen Schweiz. Im Mittelpunkt des ersten Bandes steht Fedor Görwitz (1835–1908), außerdem sein Sohn und Nachfolger Adolf Ludwig Görwitz (1885–1956). Im Mittelpunkt des zweiten Bandes steht Friedemann Horn (1921–1999). Und im Mittelpunkt des dritten Bandes Thomas Noack (geb. 1959). Die Kenntnis der Geschichte ist die Voraussetzung für eine eigene, fundierte Urteilsbildung.

Erhältlich beim Swedenborg Verlag!

Band 1: Fedor und Adolf Ludwig Görwitz

Band 2: Friedemann Horn und Peter Keune

Band 3a: Thomas Noack bis 1998

Band 3b: Thomas Noack ab 2002

Shining Soul: Helen Keller’s Spiritual Life & Legacy

Samstag, 18. August 2012

Das englischsprachige Hellen-Keller-Video ist online!

Die Mondrückseite

Sonntag, 18. September 2011

Nach Jakob Lorber soll es auf der Rückseite des Mondes reichlich Luft und Wasser geben. Doch diese Ansichten haben sich als falsch erwiesen. Am 18. Juni 2009 startete der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) der NASA. Inzwischen liegt ein Gesamtbild der Mondrückseite in hoher Auflösung vor. Siehe: http://wms.lroc.asu.edu/lroc_browse/view/WAC_GL180. Ein Bildpunkt auf diesem Bild entspricht 100 Meter. Flüsse und Seen sind auf ihm wahrlich nicht zu entdecken.

Offenbarungskritik: Swedenborg und Lorber

Mittwoch, 7. September 2011

Zum Problem der Offenbarungskritik: Insbesondere bei Swedenborg und Lorber

Perspektiven einer neukirchlichen Lorberforschung

Donnerstag, 5. Mai 2011

Thomas Noack | Perspektiven einer neukirchlichen Lorberforschung

Die Neue Kirche und das Phänomen Jakob Lorber

Mittwoch, 2. März 2011

Thomas Noack gibt einen geschichtlichen Überblick über den Umgang der Neuen Kirche in der Tradition Swedenborgs mit dem Phänomen Jakob Lorber und den Lorberianern und nimmt eine eigene Positionierung vor.
Die Neue Kirche und das Phänomen Jakob Lorber

Walter Hasenclever

Samstag, 26. Juni 2010

»Das allgemeine Mißverständnis, dem die Lehre Swedenborgs bis auf den heutigen Tag verfallen mußte, ist ein typisches Beispiel für die Zerstörung jeder großen religiösen Vision, die dem Glauben oder Aberglauben der Menschen überantwortet wird.«
Aus dem Nachwort Walter Hasenclevers zu seiner Nachdichtung »Himmel, Hölle, Geisterwelt«, 1925, S. 287f.

Jean Marie Gustave Le Clézio

Dienstag, 16. März 2010

Jean Marie Gustave Le Clézio, der Gewinner des Literaturnobelpreises 2008 interessiert sich für Swedenborg und schreibt zurzeit ein Schauspiel über Swedenborg und Kant.
Er wurde im April 1940 als Sohn einer französischen Mutter und eines mauritianischen Vaters geboren. Seine frühen Kindheitsjahre verbrachte er in Frankreich, als sein Vater wegen des zweiten Weltkrieges nicht bei der Familie weilen konnte. Vom Alter von acht Jahren an lebte er in Nigeria, wo sein Vater als Arzt arbeitete und studierte darauf an den Universitäten von Bristol und London (England), wo er in englischer Literatur promovierte. Er publizierte zahlreiche Novellen in Frankreich und obwohl einige davon ins Englische übersetzt wurden, ist er in der englischsprachigen Welt nicht gut bekannt. Er ist stolz auf sein mauritianisches Erbe und betrachtet dieses Land (das zum Zeitpunkt seiner Geburt britisches Untertanengebiet war) als sein Heimatland. Es ist möglich, dass er bei Reisen nach Mauritius, wo es seit über hundertfünfzig Jahren eine kleine Kirchgemeinde gibt, zum ersten Mal von Swedenborg erfuhr.
Le Clézio gehört zu einer langen Liste von Phantasieschriftstellern, welche Leser Swedenborgs waren. Zu dieser Liste gehören mindestes drei der früheren Nobelpreisgewinner, Maurice Maeterlink (1911), WB Yeats (1923) und Czeslaw Milosz (1980).

Swedenborg in Russland

Dienstag, 21. Oktober 2008

Ein Bericht von Gordon Jacobs

Wenigstens drei berühmte Russen kannten Swedenborg persönlich und mindestens ein russisch-orthodoxer Priester nahm seine Lehren an. 1783 wurde in Moskau ein Zirkel seiner Leser gegründet und noch zu Lebzeiten Swedenborgs erschien eine russische Übersetzung von »Himmel und Hölle«. Diesem Werk folgte Anfang des neunzehnten Jahrhunderts eine Übersetzung von »Göttliche Liebe und Weisheit«, wobei damals bereits andere Lesergruppen existierten, eine der wichtigsten in St. Petersburg, und Swedenborgs Werke waren in den oberen Kreisen Russlands gut bekannt und galten als nicht im Widerspruch zu den Lehren der Orthodoxen Kirche stehend. In den dreissiger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts hielt F. Golubinskij, ein bekannter Philosophieprofessor, an der Moskauer Akademie Vorlesungen über Swedenborg.

Über einen Zeitraum von zwanzig Jahren wurde eine ganze Anzahl von Swedenborgs theologischen Werken ins Russische übersetzt. Eine neue Übersetzung von »Himmel und Hölle« übte einen bedeutenden Einfluss auf zwei prominente Russen aus, Fjodor Dostojewski und Wladimir Solowjow. Der Umfang von Swedenborgs Einfluss auf Dostojewski wurde durch Czeslaw Milosz, dem Gewinner des Nobelpreises für Literatur von 1980, in zwei Artikeln, die beide unter dem Titel »Swedenborgs Einfluss auf Dostojewski« erschienen, aufgezeigt, der erste 1977 in seinem Buch »Emperor of the Earth« [Kaiser der Erde] und der andere in »Beginning with My Streets« [Mit meinen Strassen angefangen] (I.B. Tauris & Co. 1992, S. 163-177). Solowjow, der als der bedeutendste russische Philosoph des 19. Jahrhunderts betrachtet wird, war in den siebziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts ein Leser Swedenborgs und schrieb für eine russische Enzyklopädie einen sechsseitigen, zwei Spalten breiten Artikel über Swedenborg.

Alexander Puschkin, der wahrscheinlich grösste Russische Dichter, wurde von seiner Schwester in Swedenborgs Schrifttum eingeführt und erwähnt ihn in seinem Werk »The Queen of Spades« [Die Schwertkönigin]. Zwei andere von Swedenborg beeinflusste Dichter des neunzehnten Jahrhunderts, deren späteren Gedichte als bedeutend galten, waren Fjodor Tjuttschew und Alexej Tolstoj (1817-1875), der eines seiner Gedichte mit »Swedenborg« betitelte. Und ein weiterer Schriftsteller des neunzehnten Jahrhunderts, Alexander Herzen (1812-1870) erwähnte Swedenborg wiederholt in einer seiner Geschichten mit der Überschrift »It was on the 22nd of October 1917« [Es war am 22. Oktober 1917].

In etwas jüngerer Zeit gehörten der Dichter Alexander Blok (1880-1921), der Novellist und Dichter Dimitri Mereschkowski (1865-1941) und die Philosophen Nikolai Berdjajew (1874-1948) und Sergei Bulgakow (1971-1944) zu den von den theologischen Konzepten Swedenborgs beeinflussten Schriftstellern.

Im zwanzigsten Jahrhundert gab es eine beträchtliche Zeit unter der kommunistischen Herrschaft, während der Religion unterdrückt wurde und Swedenborg verboten war. In jüngster Zeit erlebt das Interesse an seinem Werk jedoch eine Renaissance. In Moskau wurde am Institut für Philosophie der Russischen Akademie der Wissenschaften vom 13. bis 18. November 1994 eine Konferenz zum Thema »Swedenborg und die russische Tradition« abgehalten. Dabei wurde festgestellt, dass Russland das Land war, wo mehr von Swedenborgs Büchern verkauft wurden als in irgendeinem anderen Land der Welt. Kurz nach der Konferenz erfolgte im Februar 1995 die offizielle Registrierung der Russischen Swedenborg-Gesellschaft mit Plänen für Publikations-, Forschungs- und Bildungsprojekten.

Von da ab zeichneten sich weitere Aktivitäten ab. 2001 erschien eine neue Übersetzung von Swedenborgs »Ehelicher Liebe« ins Russische in einer ersten Auflage von 2000 Exemplaren, der 2002 eine 2. Auflage von 3000 Exemplaren folgte. Ebenfalls 2002 wurde ein monumentales Buch mit Cyriel Sigstedts Biographie »Das Swedenborg Epic« (die ersten 300 Seiten), »Himmel und Hölle« (400 Seiten), »Das neue Jerusalem und seine himmlische Lehre« und etwa 100 Seiten mit Auszügen aus »Apokalypse erklärt« herausgegeben.

Ausserdem bemühte sich in der Ukraine die Swedenborg-Gesellschaft von Dnjepropetrowsk und der Krim aktiv um die Übersetzung von Swedenborgs Werken ins Russische. Im Jahre 2000 veröffentlichte sie »Apokalypse revelata« (2 Bände), 2001 »Auszüge aus Arcana Caelestia«, »Das jüngste Gericht« und »Erden im Universum«, sowie 2003 »Arcana Caelestia« (Band 1) und 2004 »Propheten und Psalmen«. Seither setzte sie sich für ein »Korrespondenzwörterbuch« und den 2. Band von »Arcana Caelestia« ein.

Ich glaube, dass wir erwarten dürfen, in den nächsten Jahren sowohl aus Russland als auch aus der Ukraine weitere interessante Neuigkeiten über Swedenborg zu erhalten.

Wie verrückt war Swedenborg?

Dienstag, 21. Oktober 2008
Die Pathologisierung eines Genies

Swedenborg hatte Visionen und Auditionen von der Welt jenseits des Todes. Er sprach mit den Engeln (so auch der Titel eines Buches des Swedenborg Verlags). Diese Mitteilungen und Eröffnungen über die höchst reale Welt des sogenannten Jenseits, in dem wir freilich in gewisser Hinsicht schon jetzt leben, stösst noch immer auf die weltanschaulichen Vorurteile des puren Diesseitsglaubens.

Daher ist es interessant zu beobachten, wie man mit dem Phänomen Swedenborg umgeht, sofern man überhaupt damit umgeht und es nicht einfach verschweigt. Olof Lagercrantz – in seinem jüngst im Suhrkamp Verlag erschienenen Buch »Vom Leben auf der anderen Seite« – mußte den Seher zum Dichter schrumpfen lassen, um Swedenborg verkraften zu können. Keine mit den eigenen Augen geschaute Wahrheit sei Swedenborgs Jenseitsbericht, sondern eine, freilich grossartige Dichtung, vergleichbar mit Gullivers Reisen.

Eine andere Methode, der weltanschaulichen Herausforderung des Visionärs Swedenborg auszuweichen, besteht darin, ihn für geisteskrank zu erklären. Daß dieser Weg keineswegs der Vergangenheit angehört, beweist das 1992 in 2. Auflage erschienene Buch von Prof. Dr. Karl Leonhard, »Bedeutende Persönlichkeiten in ihren psychischen Krankheiten«. Leonhard (1904 – 1988) war viele Jahre Direktor der Nervenklinik des Bereiches Medizin (Charité) der Humboldt-Universität zu Berlin, an der ich selber nach dem Mauerfall einige Semester studierte und in der Eingangshalle von Karl Marx begrüßt wurde.

Leonhard widmet Swedenborg ein ganzes Kapitel und diagnostiziert bei ihm eine »konfabulatorisch-phonemische Paraphrenie«. Leonhard schreibt: »Es gibt unter den Schizophrenen eine ›konfabulatorische Paraphrenie‹, die schon von Kraepelin beschrieben worden ist. Die Kranken bringen phantastische Erzaehlungen vor, sie sind auf anderen Erdteilen, auf der Sonne, auf den Sternen gewesen, fielen aus dem Flugzeug heraus, stießen mit einem Eisberg zusammen, führten Löwen spazieren u. a. m. Es gibt eine andere Schizophrenie, die ›phonemische Paraphrenie‹, bei der die Patienten ständig Stimmen hören, teils von Menschen, die aus der Ferne sprechen, teils von Geistern, die nicht sichtbar sind. Manchmal reden die Stimmen auch aus dem Hals oder aus dem Magen. Diese beiden Paraphrenien scheinen sich bei Swedenborg zu kombinieren. Man wird … darauf hingewiesen, da er von seinen Verbindungen mit Himmel, Hölle und Geisterwelt und von den Reden der Engel und Geister berichtet.« (248). Swedenborg litt also an einer kombinierten Paraphrenie, bei der »aus den Konfabulationen« dann »größtenteils Visionen« werden (258). Soweit die Konfabulationen von Prof. Dr. Karl Leonhard.

Wilson van Dusen, der sechzehn Jahre lang an einer der größten staatlichen Nervenheilanstalten Kaliforniens arbeitete, nahm Swedenborgs Visionen ernster und führte auf dieser Grundlage zahlreiche Gespräche mit seinen Patienten. Die erstaunlichen Entdeckungen, die er dabei machte, kann man in seinem Buch »The Presence of Other Worlds« (deutsch unter dem Titel »Der Mensch zwischen Engeln und Dämonen« erhältlich) nachlesen.

Der Seher und der Schreibknecht Gottes

Montag, 20. Oktober 2008

Der Seher und der Schreibknecht GottesDie Werke Swedenborgs und Lorbers gelten als die Klassiker der Neuoffenbarung Christi. Zwischen ihren Lehren gibt es erstaunliche Gemeinsamkeiten. Gleichwohl sind beide Offenbarungen vollkommen eigenständig und originell. Swedenborg ist nicht nur ein Vorläufer Lorbers und Lorber nicht nur eine Neuauflage Swedenborgs.

Das Buch dokumentiert anhand sorgfältig ausgewählter Zitate das außergewöhnlich hohe Maß an Übereinstimmungen. Zugleich wird aber auch auf das je eigene Profil der beiden Offenbarungen hingewiesen. So schließt das Buch eine Lücke. Denn derart ausführlich ist die Verwandtschaft noch nie dargestellt worden.

Im Zuge des Vergleichs kommen wichtige Themen zur Sprache, beispielsweise die Gotteslehre, die Erlösung und die Wiedergeburt, das Menschenbild, die Entsprechungskunde, das Jenseits und die Hoffnung auf die Geistkirche Christi.

Thomas Noack kennt die neuen Offenbarungen seit über 30 Jahren. Heute leitet er als Pfarrer der Neuen Kirche das Swedenborg Zentrum in Zürich. Das Buch ist aus der Überzeugung entstanden, dass Jesus Christus durch beide Gottesboten gesprochen hat. Die Posaunen der Neuoffenbarung wollen uns aus den Gräbern der Nacht befreien und zu Bürgern des neuen Jerusalems machen. Deswegen sollte zwischen den Lorberfreunden und den Swedenborgianern ein geschwisterliches Miteinander herrschen. Das Buch möchte dazu einen Beitrag leisten und weitere Forschungen zum Verhältnis der beiden Neuoffenbarungen anregen.

Thomas Noack, Der Seher und der Schreibknecht Gottes: Emanuel Swedenborg und Jakob Lorber in Vergleich, Zürich 2004. Das Buch ist beim Swedenborg Zentrum Zürich erhältlich.

Carl Gustav Jung

Montag, 20. Oktober 2008

Begründer der Analytischen Psychologie

»Ich bewundere Swedenborg als einen grossen Wissenschafter und als grossen Mystiker zugleich. Sein Leben und sein Werk sind für mich immer von grossem Interesse gewesen, und ich habe etwa sieben dicke Bände seiner Schriften gelesen, als ich Medizinstudent war.«

Die Neue Kirche: Monatblätter für fortschrittliches religiöses Denken und Leben, September 1947, Seite 86

Anton von Webern

Montag, 20. Oktober 2008

Östereichischer Komponist, Schüler von Arnold Schönberg

»Ich lese jetzt Swedenborg. Mir vergeht der Atem dabei. Das ist unerhört. Ich habe Kolossales erwartet, aber es ist noch mehr.«

Brief von Anton von Webern an Arnold Schönberg vom 30. Oktober 1913