Jahrestagung 2011

6. Juni 2011 by admin

Die Swedenborgtagung 2011 des Swedenborg Zentrums Zürich fand im idyllischen Emmental statt. Fachkundige Vorträge, kulinarische Genüsse auf hohem Niveau in einem historischen Hotel und ein Ausflug ins schöne Emmental zu einer Schaukäserei mit anschließender Rösslifahrt zum Tagungshotel erfreuten Herz und Sinn. Und natürlich führten wir auch zahlreiche Gespräche, sangen gemeinsam und schlossen unsere diesjährige Zusammenkunft mit einem gemeinsamen Gottesdienst ab. Vom 16. bis 20. Mai 2012 können wir uns wiedersehen, dann am Bodensee.

World Heritage and Arts Education

31. Mai 2011 by admin

Beitrag über Swedenborg in WHAE 4
In der digitalen Zeitschrift »World Heritage and Arts Education« Ausgabe 4 (Mai 2011) ist ein Beitrag über »Das UNESCO-Programm ›Memory of the World‹: Die Schriften von Emanuel Swedenborg (1688-1772)« erschienen. Die Zeitschrift ist online verfügbar unter: http://groups.uni-paderborn.de/stroeter-bender/WHAE/index.html

Perspektiven einer neukirchlichen Lorberforschung

5. Mai 2011 by admin

Thomas Noack | Perspektiven einer neukirchlichen Lorberforschung

De Cerebro im Fachverlag für Osteopathie

14. März 2011 by admin

Swedenborgs vortheologisches Werk über das Gehirn (= De Cerebro) ist bei Jolandos, dem Fachverlag für Osteopathie erschienen.

De CerebroDieses Meisterwerk des Universalgenies Emanuel Swedenborg (1688-1772) wird von Insidern der Anatomie als Urknall der modernen beschreibenden Neuroanatomie bewertet. Aber, was noch viel wichtiger ist: Niemand, der Kraniosakrale Osteopathie wirklich vertieft kennenlernen und vermitteln will, kommt an diesem Buch vorbei, denn es war für Sutherland nachweislich eines der bedeutendsten Inspirationen bei der Entwicklung seiner Kraniosakralen Osteopathie – insbesondere in bezug auf Rythmen und spirituelle Aspekte. Ein absoluter Schatz!

Lokale Ansprechpartner

4. März 2011 by admin

Wenn Sie an Swedenborgs Ideen und Theologie interessiert sind und die Vernetzung unter den Swedenborgfreunden und -freundinnen aktiv fördern möchten, dann können Sie sich beim Swedenborg Zentrum Zürich als lokale(r) Ansprechpartner(in) melden. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf! Wir unterstützen Sie gerne!

Liste lokaler Ansprechpartner

Annelie Dicker
Schelcherweg 15
D – 82054 Sauerlach
annelie.dicker@yahoo.de

Günther Floner
Marktstraße 2
A – 2831 Warth
info@guentherfloner.at

Die Neue Kirche und das Phänomen Jakob Lorber

2. März 2011 by admin

Thomas Noack gibt einen geschichtlichen Überblick über den Umgang der Neuen Kirche in der Tradition Swedenborgs mit dem Phänomen Jakob Lorber und den Lorberianern und nimmt eine eigene Positionierung vor.
Die Neue Kirche und das Phänomen Jakob Lorber

Kurze Darstellung der Lehre der Neuen Kirche

28. Februar 2011 by admin

Neuerscheinung im Swedenborg Verlag: Kurze Darstellung der Lehre der Neuen Kirche, Zürich 2011, mit einem ausführlichen Vorwort von Thomas Noack.

Die »Kurze Darstellung«, 1769 in Amsterdam erschienen, war der Vorläufer zur »Wahren Christlichen Religion«, dem theolo­gischen Hauptwerk Swedenborgs, das zwei Jahre später veröffentlicht wurde. In der »Kurzen Darstellung« entfaltet Sweden­borg Grundzüge seiner Theologie im kritischen Ge­spräch mit dem Katholizismus und dem Protestantismus.

Kurze Darstellung der Lehre der Neuen Kirche

Ab April 2011 im Swedenborg Verlag

22. Februar 2011 by admin

Thomas Noack, Streiflichter: Exemplarische Einblicke in die Theologie Swedenborgs, Zürich: Swedenborg Verlag, 2011. 338 Seiten, ISBN 978-3-85927-400-6

Bestellung beim Swedenborg Verlag

Emanuel Swedenborg war eine der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten, – und ist dennoch den meisten Zeitgenossen unbekannt. Das vorliegende Buch bietet ihnen Einblicke in sein umfangreiches Werk.
Was dürfen sie hier erwarten? Um ein Bild zu gebrauchen: den Gang durch eine Ausstellung, der in etwa so abläuft: Ich führe sie in einem ersten Durchgang schnell durch die wichtigsten Räume und mache sie dabei mit Swedenborgs Leben und einigen seiner wesentlichsten Gedanken bekannt (1. Kapitel). Dabei erfahren sie unter anderem, dass der schwedische Bergrat und Naturphilosoph in seinem 57. Lebensjahr zum Propheten einer neuen Kirche und ihrer himmlischen Lehren berufen wurde. Deswegen gebe ich ihnen nach dem ersten Durchgang einen Überblick über das Wesen oder die Identität der neukirchlichen Theologie (2. Kapitel). Danach werden drei Ausstellungsräume und dort – um im Bilde zu bleiben – einige Vitrinen eingehender betrachtet. Der erste Raum thematisiert die Gotteslehre. Ich verweile dort mit ihnen beim christlichen Monotheismus (3. Kapitel) und der Kreuzestheologie (4. Kapitel). Diese Lehrgegenstände habe ich ausgewählt, weil dort eine Reformation oder Umbildung stattgefunden hat, die bis zu den Wurzeln der klassischen Dogmatik vorgestoßen ist. Danach gehen wir in einen anderen Raum, der sich der Auslegung der Bibel widmet, einem weiteren wichtigen Anliegen Swedenborgs. Ich gebe ihnen einen Überblick über die Methode der Exegese des geistigen Sinnes (5. Kapitel) und lege anschließend zwei Textzusammenhände der Genesis aus (6. und 7. Kapitel). Abschließend stelle ich mich einer Anfrage aus dem Blickwinkel der historischen Exegese (8. Kapitel), um dadurch anzudeuten, dass sich ein geistiges Erbe in der Auseinan-dersetzung mit gegenwärtigen Fragestellungen weiterentwickeln muss. Wir lassen dann viele Räume aus und werfen abschlie-ßend einen Blick in den ekklesiologisch-eschatologischen Raum, denn Swedenborg verstand sich als Prophet einer neuen Kirche. Ich stelle ihnen einen ekklesiologischen Entwurf in Geiste Swedenborgs vor (9. Kapitel) und schließe bei einer Vitrine, die sich der neuen bzw. kommenden Kirche widmet (10. Kapitel).
Sie müssen die Räume nicht in der angegebenen Reihenfolge besichtigen. Ich empfehle ihnen aber auf jedem Fall den Einstieg beim ersten Kapitel, nach Möglichkeit in Verbindung mit dem zweiten. Danach wählen sie die Reihefolge ihren Vorlieben entsprechend bitte selbst aus. So erhalten sie einerseits einen Überblick und werden andererseits an bestimmten Punkten etwas mehr in die Tiefe geführt.

Studie zum Johannesevangelium

13. Februar 2011 by admin


Thomas Noack, Das Gesicht des Unsichtbaren: Zur Transparenz des Faktischen im Johannesevangelium, Zürich 2010.
Der Titel der Arbeit bringt die zentrale These zum Ausdruck. Das Johannesevangelium ist symbolisch zu lesen. Es bringt einerseits die authentischen Jesuserinnerungen des Lieblingsjüngers zum Ausdruck, der den historischen Jesus gekannt hat. Andererseits zeichnet sich dieser faktische Stoff durch Transparenz aus, das heißt im Sichtbaren gibt es das Unsichtbare zu entdecken, im Sohn den Vater. Mit dem anglikanischen Bischof John A. T. Robinson glaubt der Autor: Die johanneische Theologie führt uns nicht weiter von der Geschichte weg, sondern tiefer in sie hinein.

Hemligheter: Oper über Swedenborg

13. Februar 2011 by admin

hemligheter

Die Oper »Hemligheter« von Jonas Forssell basierend auf dem Libretto von Magnus Florin hatte am 12. Februar 2011 Premiere im Opernhaus Malmö. Sie steht dort noch bis zum 25. März 2011 auf dem Spielplan. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Opernhauses und bei Radio Schweden.

Das Libretto in Schwedisch und in Englisch

Immer noch Glaubenskriege?

4. Februar 2011 by member

Eine echte (oder: richtig verstandene) Oekumene kann der Politik von Nutzen sein.

Es gibt bekanntlich immer wieder neue Krisenherde auf unserem Planeten, gewissermaßen lokale Infektionen, die irgendwann mit mehr oder weniger Hilfe ausheilen. Es gibt aber gegenwärtig eine sehr beunruhigende Strömung, die von den Regierungen vorwiegend mit Worten, teils auch mit Waffen bekämpft, aber nie an ihrer Quelle betrachtet wird: die Spannung zwischen Islamisten einerseits, Christen und Juden anderseits. Ausmaß und Stärke der Gewalt nehmen ständig zu, es ist nicht abzusehen, wohin das Ganze treibt.

Einen Hintergrund für diese Entwicklung bildet die gespannte Atmosphäre in den christlichen Ländern, die durch starke islamistische Einwanderung gekennzeichnet sind. Es ist leicht einzusehen, dass zwischen den Völkern keine Ruhe einkehren kann, so lange sie sich kulturell und vor allem religiös nicht näher kommen, was aber in keiner Weise durch behördliche Eingriffe oder Gesetze gefördert werden kann.

Wir sehen eine Möglichkeit der Einigung in der grundlegenden Neuorientierung auf religiöser Basis, vor allem einer veränderten Betrachtung der Person von Jesus Christus. Er gilt bisher bei Juden, Christen und Moslems als falscher Messias, als vor irgendwoher stammender Sohn Gottes oder als bloßer Prophet. Die Folge dieser Differenz – und der daran geknüpften Theorien – ist die gegenseitige Missachtung der Angehörigen der drei Religionen, als wären sie nicht alle Produkte des einen und einzigen Schöpfers. Es gibt nur einen Weg dieses Problem restlos auszuräumen, nämlich die Anerkennung von Jesus Christus als diesen Schöpfer selbst, der durch die Annahme einer menschlichen Erscheinung sich seinen Geschöpfen auf ganz neue Art präsentieren konnte. Gleichzeitig müssten alle dogmatischen Zutaten, die sich im Lauf der Jahrhunderte angesammelt haben, beiseite geschoben werden. Die heiligen Bücher, nämlich die beiden Testamente und der Koran, genügen vollauf, den Menschen die wesentlichste Aussage der Religionen klar zu machen: wie sie ein persönliches Verhältnis zu ihrem Schöpfer finden und entwickeln können.

Menschen mit solchem Hintergrund würden sich gegenseitig achten und als Schwestern und Brüder akzeptieren, egal welcher Geschichte und Kultur sie und ihre Vorfahren verpflichtet sind. Es gäbe keine Heiden oder Ungläubige, ein Dschihad verlöre seinen Sinn, die Terroristen fänden keinen Nachwuchs mehr, denn auch die Vorstellung einer Weltreligion entpuppte sich als unrealistisch und unnötig. So würde erst einmal der Weltfriede gestützt und es könnten wichtige Energien für die Lösung der immer noch recht zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Aufgaben frei gemacht werden.

Wer diese Gedanken lediglich als Utopie im Sinn des Kommunismus abstempeln möchte, ist mit Fug und Recht als zukünftiges Opfer einer unheilvollen Entwicklung zu betrachten.

Offene Tore: Die Swedenborg-Zeitschrift

26. Juni 2010 by admin

Titelseite Offene Tore 3/2010Die Zeitschrift erscheint seit 1957. Sie wendet sich an Anhänger der Lehren Swedenborgs, wird aber auch von allgemein an spirituellen Themen interessierten Menschen und von Bibliotheken bezogen. Den verschiedenen Erwartungen entsprechend wollen die Beiträge pastoraler, theologischer, wissenschaftlicher oder aktueller Natur sein. Bei Interesse können Sie ein Probeheft oder auch ein einjähriges kostenloses Probeabonnement bestellen. Die Hefte vergangener Jahre werden nur geschlossen als Jahrgangsband abgegeben.

Walter Hasenclever

26. Juni 2010 by admin

»Das allgemeine Mißverständnis, dem die Lehre Swedenborgs bis auf den heutigen Tag verfallen mußte, ist ein typisches Beispiel für die Zerstörung jeder großen religiösen Vision, die dem Glauben oder Aberglauben der Menschen überantwortet wird.«
Aus dem Nachwort Walter Hasenclevers zu seiner Nachdichtung »Himmel, Hölle, Geisterwelt«, 1925, S. 287f.

Swedenborg Jenseitsschau für esoterische Kreise

24. Juni 2010 by admin

Gertraud Radke, Das Leben nach dem Tod: Aus der Sicht Emanuel SwedenborgsMit einem oft zitierten Wort vom Alfons Rosenberg sehen wir in Emanuel Swedenborg »einen Fürsten unter den Jenseitskundigen«. Sein Werk »De Caelo et ejus Mirabilibus et de Inferno« (Vom Himmel und seinen Wundern und von die Hölle), ein Erfahrungs­bericht aus der anderen Welt »ex auditis et visis« (nach Gehörtem und Gesehenem), wurde in alle wichtigen und viele weitere Weltsprachen übersetzt. In neuerer Zeit hat der Religionswissenschaftler Bernhard Lang eindrücklich die historische Bedeutung der empirisch begründeten Jenseitskonzeption Swedenborgs dargestellt. Mit ihm vollziehe sich der Übergang vom theozentrischen zum menschlichen Himmel. Diese Sicht »gewinnt im ausgehenden 18. und im 19. Jahrhundert – zumeist im Zeichen der Roman­tik – einen weltweiten Einfluß.«[1]

Neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Stellung Swedenborgs in der Geistes­geschichte schreitet aber auch seine Rezeption in spirituell interessierten oder esoterischen Kreisen voran. Vor einiger Zeit konnten wir bereits darauf hinweisen, dass sein Werk über den Himmel und die Hölle erstmals seit langer Zeit auch wieder außerhalb des Swedenborg Verlags erschienen ist. Der Marix Verlag in Wiesbaden bietet seit 2005 »Himmel und Hölle« mit einem Kommentar des Skandinavisten Hans-Jürgen Hube (geb. 1933) an.[2]

Seit kurzem ist der Altmeister der Jenseitskunde nun auch im Aquamarin Verlag angekommen, der seit 1981 Literatur aus den spirituellen Traditionen von Ost und West veröffentlicht. Die Ernährungsberaterin und Heilpraktikertin Gertraud Radke stieß nach dem Tod ihres Ehemannes Baron Eberhard von Gemmingen (gest. am 7. März 2006) auf Swedenborg. Sie schreibt: »Der Verlust meines Seelenfreundes durchschnitt mein Innerstes. Ich war gefangen in meiner Traurigkeit, die Außenwelt war allenfalls auf einsamen Spaziergängen erträglich. In dieser Verzweiflung erreichte mich der Rat einer spirituellen Freundin, Emanuel Swedenborgs Bücher zu lesen. Und ich las. Nacht für Nacht. War berührt, war begeistert. Vergaß für Stunden den Schmerz. Am Tag erwachte aus diesen inspirierten ›Nächten mit Swedenborg‹ mein Verantwortungs­gefühl: Ich wollte, musste mein Erleben weitergeben.«[3] Aus dieser persönlichen Betroffen­­heit entstand ein Buch, das Swedenborgs Jenseitsschau in esoterischen Kreisen bekannter machen kann. Sein Titel lautet: »Das Leben nach dem Tod aus der Sicht Emanuel Swedenborgs«. Es bietet nach einer kurzen Lebensbeschreibung Swedenborgs eine auf das Wesentliche reduzierte Zusammenfassung seiner Jenseits­lehre anhand von Auszügen aus »Himmel und Hölle«. Der Klappentext rühmt den einst als Geisterseher verschrieenen Schweden als einen »der größten Mystiker der abendländischen Geistesgeschichte« und sein Werk über das Jenseits als »ein Juwel der spirituellen Literatur«. Möge daher Gertraud Radkes Buch den Weg zu vielen suchenden und aufgeschlossenen Herzen finden.


[1] Bernhard Lang, Himmel und Hölle: Jenseitsglaube von der Antike bis heute, 2003, Seite 80. Ausführlicher dargestellt in: Bernhard Lang und Colleen McDannell, Der Himmel: Eine Kulturgeschichte des ewigen Lebens, 1990. Darin wird Swedenborgs Anteil an der »Geburt des modernen Himmels« eingehend beschrieben.
[2] Siehe OT 1 (2006) 42-44 und OT 1 (2007) 7-33.
[3] Gertraud Radke, Das Leben nach dem Tod aus der Sicht Emanuel Swedenborgs, 2007, Seite 11.

Skelett des mytischen »Swedenborg-Wals« entdeckt?

24. Juni 2010 by admin

Prähistorischer Walfund in Schweden sorgt für Aufsehen

Ein zehntausend Jahre altes Walskelett sorgt in Schweden für Aufsehen. Denn die im Rahmen eines Autobahnausbaus entdeckten Knochen könnten zum legendären »Swedenborg Wal« gehören, einer in ihrer Existenz umstrittenen ausgestorbenen Walart. DNA-Analysen sollen nun Aufschluss bringen.
Die Walknochen wurden Mitte April in der Region Strömstad in Schweden entdeckt, als Bauarbeiter das neue Bett für den Ausbau der Europastraße E6 aushoben. Zwischen 15 und 20 Metern lang und fast vollständig erhalten, war das fossile Skelett in einem schützenden Bett aus feinem sauerstofffreien Ton eingebettet. Der Fundort liegt heute 75 Meter über dem Meeresspiegel, war aber zur Lebenszeit des Wals ein vom Meer überfluteter Küstenbereich.
Forscher der Universität Göteborg datierten die Relikte auf ein Alter von rund zehntausend Jahren. Der längste Knochen misst 2,50 Meter und ist Teil des Kieferknochens, auch Wirbel wurden gefunden. Der Zoologe Thomas Dahlgren bestätigte inzwischen, dass es sich in jedem Falle um einen Wal handelt – um welchen allerdings, ist noch unklar. Denn in Größe und Form könnten die Knochen möglicherweise statt zu den vier bekannten Walarten zu einer bisher nur theoretisch postulierten fünften Walart gehören: dem mythischen »Swedenborg-Wal«.

Mythischer Eiszeit-Wal oder nicht?
Der im 18. Jahrhundert vom Wissenschaftler Emmanuel Swedenborg beschriebene Wal soll vom Ende der Eiszeit bis vor rund 8.000 Jahren in der Nordsee existiert haben und anschließend ausgestorben sein. Bisher sind zehn Knochenfunde in Schweden als möglicherweise von einem solchen Wal stammend deklariert worden, allerdings unter Vorbehalt.
Denn es gibt unter Wissenschaftlern auch die Ansicht, dass dieser Swedenborg-Wal niemals existiert hat und die Knochen in Wirklichkeit einer der vier bekannten Arten zuzuordnen sind. Das Problem bei dieser Zuordnung: »Die Artbestimmung bei fossilen Knochen aus dem Untergrund ist kompliziert und fehleranfällig und es gibt keine definitiven Belege dafür, dass dieser Wal tatsächlich existierte«, so Dahlgren. »Genauso könnte es sich hier um einen Mythos handeln.«

DNA-Tests sollen Identität aufklären
Um die Artzugehörigkeit festzustellen, hat Dahlgren DNA-Proben entnommen, die nun analysiert und in Zusammenarbeit mit dem Natural History Museum in London mit anderen Proben verglichen werden sollen. Immerhin weisen die Relikte einige vielversprechende Eigenschaften auf: Zum einen waren sie im Ton gut konserviert, zum anderen wurden in den Ablagerungen weitere Relikte mariner Arten entdeckt, die heute extrem selten sind, damals aber offenbar deutlich häufiger vorkamen.
Noch ist die Identität des Fossils nicht aufgeklärt. Trotzdem wird bereits diskutiert, ob sich das Skelett soweit vervollständigen und rekonstruieren lässt, dass es öffentlich ausgestellt werden kann.

University of Gothenburg, 09.06.2009 – NPO